Interaktive Präsentationen und Trainings auf Knopfdruck

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Mit Hilfe von künstlicher Intelligenz in Sekunden interaktive Präsentationen und Lerneinheiten aus Dokumenten erhalten? Das EdTech Start-up Smartest Learning macht dies möglich. Co-Founder & CEO Steve Hinske erzählt im Interview, wie es funktioniert.

Steve, du bist einer der beiden Gründer des Start-ups Smartest Learning AG. Wie ist es zu diesem Unternehmen gekommen? 

Mein Mitgründer Mehdi (Cherif-Zahar) und ich lernten uns bei unserem MBA-Studium kennen. Als er erzählte, wie er zuhause seine beiden Kinder im Teenager-Alter regelmässig für die Schule abfragen musste, kamen wir ins Grübeln: Immer ging es darum, aufgrund der Lernmaterialien Fragen zu stellen, was sehr zeitaufwendig und je nach Fach oft auch nicht trivial ist. Für die Lernenden ist die Abhängigkeit von Dritten ebenfalls nicht ideal. Wir stellten uns die Frage, ob man das nicht auch besser und einfacher gestalten könne. In Brainstorming-Sessions entwickelten wir dann die Idee für Smartest, und nach einer umfassenden Marktforschung mit positiver Rückmeldung entschlossen wir uns, 2019 die Firma zu gründen.

Und wie sah die Idee aus?

Dass es mithilfe der aktuellen Technologien möglich sein müsste, Fragen und interaktive Übungen automatisch von Lernmaterialien zu generieren. Das setzten wir in einem ersten Prototyp um. Zunächst sahen wir die Schüler und Studentinnen als primäre Zielgruppe. Später fokussierten wir auf Lehrpersonen, weil wir zum Schluss kamen, dass die künstliche Intelligenz zwar schlau ist, automatisch generierte Inhalte aber in den meisten Fällen trotzdem noch überprüft werden müssen.

Die neuste Version der Applikation hat vor allem die Unternehmen im Blick. Weshalb?

Aufgrund der schnellen technologischen Entwicklungen passen wir die App laufend an. Als wir sie letztes Jahr aufgrund von Bedürfnissen an MS Teams anbanden, spürten wir ein gesteigertes Interesse von Unternehmen. Wir überlegten also, inwiefern wir Unternehmen bei der Weiterbildung von internen und externen Personen unterstützen können. Die ersten Piloten zeigten uns, dass wir auch im Bereich Corporate und Professional Learning eine gute Antwort gefunden haben.

Wie erleichtert Smartest das Leben eines Unternehmens konkret?

Stell dir vor, das Unternehmen möchte ein Compliance-Training auf die Beine stellen, einen neuen Prozess einführen oder eine Schulung für seine Kunden durchführen. Hierfür wird typischerweise PowerPoint, Word o.ä. eingesetzt, aber diese sind oft sehr statisch und wenig ansprechend für die Teilnehmenden, vor allem, wenn sie einfach nur als Dokument zum Selbststudium geteilt werden. Das Problem ist, dass das Erstellen einer guten, interaktiven Präsentation sehr aufwendig ist und meist den Einsatz weiterer Tools benötigt (z.B. um eine Umfrage durchzuführen). Mit Smartest können vorhandene Unterlagen – z.B. eine Compliance Policy – mit wenigen Klicks in ein abwechslungsreiches, interaktives Training verwandelt werden. Dies geht sowohl für Trainer-geführte Schulungen als auch für zeit- und ortsunabhängige Online-Kurse.

Welche Technologie liegt dem zugrunde?

Smartest basiert auf mehreren KI-Technologien, vor allem aus dem Bereich Natural Language Processing. Momentan ist ChatGPT in aller Munde; wir nutzen u.a. solche, so genannte Large Language Models, um automatisch beliebige Inhalte zu generieren. Aber was unsere Lösung auszeichnet, ist die sehr einfache Verwendung unternehmenseigener Inhalte. Per Drag & Drop kann ich z.B. ein Video in Smartest einbinden, um daraus mit einem Klick eine Zusammenfassung, einen interaktiven Test oder eine Übersetzung erstellen zu lassen. Gleiches funktioniert mit PDF- oder Office-Dokumenten.

Wann ist Smartest der richtige Ansprechpartner für ein Unternehmen?

Wir haben viel Zeit in unsere Benutzeroberfläche investiert, um die Nutzung auch für Gelegenheitsnutzer so einfach wie möglich zu gestalten. So eignet sich Smartest sehr gut für Unternehmen, die kein eigenes Team für die professionelle Erstellung von Trainings und interaktiven Inhalten haben. Unsere Lösung eignet sich auch sehr gut für Peer-to-Peer-Learning, wenn beispielsweise eine Projektgruppe intern ein neues Produkt vorstellen und dabei «Death by PowerPoint» vermeiden möchte. Ein anderer Anwendungsfall ist die Erstellung von interaktiven Kursen für Kunden oder externe Partner, die mit einem Klick geteilt werden können. Da wir noch ein recht junges Unternehmen sind, lernen wir mit unseren Kunden und entwickeln Smartest ständig weiter. Das setzt auch eine gewisse Offenheit und Neugier für neue Technologien bei den Unternehmen voraus.

Eine letzte Frage: Wie bildest du dich selbst weiter?

Bei dem rasanten technischen Fortschritt, gerade im Bereich KI, ist beinahe eine tägliche Weiterbildung notwendig (lacht). Vieles geht on-the-job, aber auch Online-Kurse besuche ich regelmässig. Und trotz allen technischen Gadgets nehme auch ich immer noch gern ein gedrucktes Buch zur Hand.

Vielen Dank für die zukunftsträchtigen Infos!

Weitere Informationen finden Sie auf der Website von Smartest.

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