Sollen Lehrpersonen Einzelkämpfer sein, die viel Denkarbeit und Zeit in Unterrichtsprojekte stecken, die sie dann nur in ihrer Klasse umsetzen? Nein, befand eine Gruppe von kreativen Menschen, und entwickelte die Idee der digitalen Plattform TeachOz.
TeachOz – vor dem geistigen Auge erwacht Judy Garland zum Leben und wird als kleine Dorothy von einem Wirbelsturm mitsamt ihrem Haus in das magische Wunderland Oz hinter dem Regenbogen getragen. Erinnern Sie sich an den Filmklassiker «Der Zauberer von Oz» von 1939 oder haben Sie das gleichnamige Buch gelesen?
Rund 80 Jahre später ist es nicht mehr einer der ersten Technicolor-Farbfilme, sondern eine moderne digitale Plattform, die zum Leben erwacht, und mit ihrem Namen Assoziationen hervorruft. Oz bedeutet auf hebräisch «Kraft», und TeachOz steht entsprechend für die Kraft und Magie, mit der gute Lehrpersonen die immer digitaler werdenden Lernumgebungen gestalten.
Priska Fuchs entwickelte zusammen mit enthusiastischen Kolleginnen und Kollegen die Idee einer digitalen Plattform, auf der Lehrpersonen Unterrichtsprojekte teilen, sich gegenseitig inspirieren und zu einer Community zusammenschliessen können. Die Vision: «The best of every teacher», oder anders ausgedrückt: die Schmuckstücke, die die Lehrpersonen für den Unterricht herstellen, in einer grossen Schatztruhe zu vereinen. Seit TeachOz 2020 livegeschaltet wurde, haben sich über 2500 Lehrpersonen registriert.
Wie funktioniert die Plattform konkret? Interessierte Lehrpersonen registrieren sich und geben dabei ihre Interessensgebiete an. Beim nächsten Einloggen gelangen sie auf eine personalisierte, auf ihre Interessen zugeschnittene Landingpage. Natürlich können sie auch gezielt nach passenden Lernprojekten suchen. Haben sie etwas gefunden, laden sie sich das Material herunter und passen es nach Bedarf ihren Gegebenheiten an. Das alles dank der Gebert Rüf Stiftung kostenlos. Wie in den sozialen Netzwerken ist neben dem Teilen das Folgen, Vernetzen, Liken und Kommentieren möglich. Und bei einer Projektidee kann man Gleichgesinnte suchen – über Schul- und gerne sogar Landesgrenzen hinweg – und sie gemeinsam umsetzen.
Wer ist die Zielgruppe? «Alle Lehrpersonen», sagt Priska Fuchs. Nicht nur diejenigen, die Lernszenarien entwickelt haben und diese gerne mit anderen teilen, sondern auch die, die nach passendem Unterrichtsmaterial suchen. Werden konkrete Ideen geteilt, kann die digitale Transformation der Schule und des Lernens gemeistert werden. «Auch TeachOz selbst ist ein Ort des Lernens.»
Haben denn die Lehrpersonen nicht schon genug zu tun mit der Wissensvermittlung? Wo sollen sie da noch Lernprojekte unterbringen? «Es ist nicht ein Entweder-Oder. Nachhaltiges Lernen braucht Neugier, Interesse und einen Bezug zum Alltag. Und erst Projekte ermöglichen den Transfer: Das Wissen kann in konkreten Situationen kompetenzorientiert angewendet werden. Zudem braucht es eine gute Feedbackkultur, die sich nicht auf eine Note beschränkt. Ist die nämlich einmal gesetzt, hört das Lernen meist auf.» Das Lernen in die digitale Zukunft zu bringen, heisst für Priska Fuchs, die «4 K», 4 Kernkompetenzen fürs 21. Jahrhundert, ins Zentrum zu stellen: Kollaboration, Kommunikation, Kreativität und kritisches Denken. Dazu ist ein Wandel des Unterrichts nötig – vom wissensbasierten «Bulimie-Lernen» (kaum gelernt, schon wieder weg) hin zu kompetenzorientierten Unterrichtskonzepten. Für diese Entwicklung steht die Lerncommunity TeachOz.
Mehr über TeachOz erfahren Sie direkt auf der Webseite von TeachOz.
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